Dienstag, 30. August 2011

endlich... angekommen...

Bevor ich von meiner Reise nach Kanada und meiner Ankunft in Toronto erzähle, möchte ich noch ein paar wenige Worte über meine letzten paar Wochen und Tage verlieren:
Von 1.-10. und von 12.-21. August standen Vorbereitungsseminare in Bad Liebenzell und Neckarzimmern an. Dort wurden wir auf unsere Zeit im Ausland vorbereitet und haben diverse Themen behandelt wie "Kultur" in Verbindung mit "Kulturschock", "Mission"...etc.
Im Vordergrund stand jedoch das Kennenlernen der Gruppe. So haben nicht nur wir 18 Kanadier uns untereinander austauschen und kennenlernen dürfen, sondern auch KZMler (Kurzzeitmissionare) nach Sambia, Ghana, Borundi, Equador, Zypern und Frankreich waren dabei.
Uns wurden ganz alltägliche, aber dennoch wichtige Dinge beigebracht. Vor allem das Thema "Kultur" wurde ausgiebig behandelt.

Nach 20 Seminartagen hatte ich dann noch eine Woche Zeit, um meinen ganzen "Rest" zu erledigen - dazu gehörten Abschied nehmen, meine Abschiedsparty, Schreibkram und Packen (wobei ich letzteres lange vor mir hergeschoben habe ^^).
Ich dachte eine Woche wäre wirklich genug, um meine "To-Do-Liste" abzuhaken, jedoch kam einiges wirklich zu kurz! Vor allem, wenn noch folgende Geschichte passiert:

Unsere Visa wurden uns per E-Mail zugesandt. Da die E-Mail Adresse "Do Not Reply" (dt: Antworten Sie nicht) beinhaltete, landete jede Mail mit dem Visum bei uns im Spamordner. So verpeilt, wie ich ich bin, hab ich vergessen, die Mail in den Posteingang zu verschieben und konnte mein Visum auch nicht ausdrucken, da wir in Liebenzell keinen Drucker hatten.
Als ich am Freitag mein Visum ausdrucken wollte, war die E-Mail verschwunden! Einfach weg! Obwohl die Aufbewahrungszeit 30 Tage beträgt - und 30 Tage waren noch nicht vergangen! Sogar ein Telefonat mit GMX half nichts - 9€ umsonst ^^.
Ich habe sofort die Liebenzeller Mission angerufen und gefragt, was ich tun soll. Die Frau aus Liebenzell meinte, sie versucht die kanadische Botschaft zu erreichen, was jedoch am Freitagnachmittag sehr unwahrscheinlich ist. Die gute Nachricht war, dass sie jemanden erreicht hat, die schlechte, dass diese Person nicht für mein Visum zuständig war.
Die Frau der LM meinte, ich solle auf jeden Fall am Montag zum Flughafen kommen. Falls mein Visum da ist, hab ich Glück, falls nicht, dürfe ich wieder nach Hause, Flug umbuchen und irgendwann später fliegen - denn kein Visum bedeutet keine Einreise nach Kanada!
Ihr glaubt gar nicht, wie ich gebangt, gezittert und gebetet hab! 10 Minuten später landete eine E-Mail mit meinem Visum im Postfach!! Welch Gebetserhörung!!!! Gott ist eben treu...

Am Montag, den 29. August, gings dann endlich los - erst nach Frankfurt und dann mit Zwischenstop in London und Montréal nach Toronto.
Die Reise war unbeschwert, jedoch sehr lang! Irgendwann können auch die Einzelbildschirme in der Lehne des Vordermanns die Langeweile nicht mehr bändigen. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als mich damit abzufinden, dass schlafen etwas Unmögliches war und abzuwarten. Abzuwarten, bis wir in Toronto sind.
Eine Beschäftigungsmöglichkeit hatte ich jedoch: das Fotografieren!
Genial war, dass wir nicht "gegen die Sonne", sondern "mit der Sonne" geflogen sind, also Richtung Westen. Das heißt, dass wir gegen 23 Uhr alle müde waren, es jedoch draußen noch taghell war! Gegen 2:30Uhr nachts erlebte ich dann den spätesten, aber wahrscheinlich genialsten Sonnenuntergang meines Lebens - denn der fand auf 10.000m Höhe über den Wolken statt :)
Das Resultat sah dann ungefähr so aus (in Wirklichkeit war es noch vieeeeeeel schöner!!!):



 Man kann richtig die
Erdrundung sehen, oder?







In Montréal angekommen, gings erstmal an die Einreise - Declaration Card ausfüllen, Visum zeigen, Passkontrolle und der ganze Bürokratiekram.
Das einzige Hindernis bildete ein Schwarzwälder Schinken, den Kathrin und Flo dann zurücklassen mussten, da das Einführen von Fleisch verboten ist :).

Gegen 0Uhr kamen wir dann in Toronto an und wurden von Gregg Hanchett, seiner Frau und Jeff abgeholt. 34 Koffer musste in 2 Vans und 1 Auto -  ihr könnt euch vorstellen, wie RIESSIG die Vans waren!! In Kanada ist irgendwie alles doppelt so groß wie bei uns!!

Im Freizeithaus in Moffat angekommen gings dann sofort ins Bett. Denn am nächsten Morgen stand um 9 Uhr "Breakfast" an. Doch dazu ein ander Mal mehr.
Nur soviel vorab: Meine erste Nacht war besch***eiden, da wir keinen Wecker hatten und ich nicht schon am ersten Tag verschlafen wollte. Deshalb bin ich um 4.30, um 5.30, um 6 und um 7 aufgewacht. Irgendwann bin ich dann aufgestanden.

Liebe Grüße aus dem wunderschönen Moffat in Kanada,
euer Kevin