...(gesprochen "skedschjul") ist das englische Wort für "Zeitplan".
Damit ihr Bescheid wisst, wie eine "normale" Woche bei mir abläuft und was da so vonstatten geht, möchte ich euch meinen wöchentlichen "schedule" einmal näher erläutern.
Zur Hilfe, aber auch für die Faulen oder Ich-hab-jetzt-keine-Zeit-um-das-alles-durchzulesen-Menschen unter euch, habe ich einen Plan angefertigt, der so ziemlich alles beinhaltet:
Meine Arbeitswoche beginnt mit dem Dienstag:
Um 8Uhr klingelt mein Wecker. Nachdem wir uns für den Tag gerüstet haben (Essen, benötigte Materialien), geht es um 9Uhr zur Bushaltestelle. Nach einer Stunde in öffentlichen Verkehrsmitteln kommen wir in einer Kirche an, in welcher wir von 10-12Uhr Worship (=Lieder singen) und Bibelarbeit haben. Hier besteht auch die (einzige) Möglichkeit der Woche, private Post zu bekommen. Um 12Uhr fahren wir eine Stunde zu unserem Camp. Von 13-15Uhr ist Tagesplanung: wir haben eine gemeinsame Andacht, beten für den Tag und bereiten alles vor für die Zeit mit den Kindern. Um 15Uhr fahren wir zur Schule um die Kinder gegen 15.30Uhr abzuholen damit wir rechtzeitig um 16Uhr im Camp Hope ankommen. Von 16-18Uhr ist Camp. Ablauf:
15.55 - 16.05Uhr: SNACK (Kleinigkeit zu Essen für die Kinder, z.B.: Obst, Kekse...)
16.05 - 16.25Uhr: HOMEWORK (Hausaufgaben mit den Kindern, Lesen und Schreiben üben)
16.25 - 16.35Uhr: FREE TIME (Die Kinder haben Freizeit, meisten Spielen, Malen oder Reden wir)
16.35 - 17.00Uhr: WORD UP (Bibelarbeit mit den Kindern)
17.00 - 17.20Uhr: GAMES (Spiele, Dienstags in einem Zimmer, Donnerstags in der Sporthalle)
17.20 - 17.40Uhr: CLOSING PROGRAM (Alle Kinder von 5-14 Jahren sind zusammen. Wir singen gemeinsam, spielen ein Spiel und haben Zeit für sonstige Verkündigungen).
Um 18Uhr fahren wir die Kinder nach Hause. Von 18.30-19Uhr haben wir "debriefing" (=Tagesrückblick). Wir diskutieren und erzählen, was gut und was weniger gut war. Von 19-20.30Uhr ist "moms program" (=Mutterprogramm). Die Mütter kochen für uns und für die Kinder. Es ist eine super Gelegenheit auch einmal die Mütter kennenzulernen. Wir haben eine Andacht für die Kinder und spielen gemeinsam. Von 20.30-21.00Uhr ist "debriefing" (=Rückblick) des Mutterprogramms. Um 21Uhr fahren wir nach Hause und kommen um 22Uhr Zuhause an.
Der Dienstag ist mein längster und anstrengendster Tag. Insgesamt bin ich 13 Stunden unterwegs.
Mittwoch:
Da wir dienstags so spät nach Hause kommen, haben wir Mittwoch morgens frei. Um 13Uhr fahren wir zum Camp, denn von 14-15.30Uhr ist Tagesplanung. Mittwochs haben nur die Jugendlichen Camp, die Kinder haben frei. Von 15.30-17.00Uhr ist Camp, allerdings teilen wir die Jugendlichen in Jungs und Mädchen auf. Ruthann und Rebecca machen mit den Mädchen das Mädchenprogramm, Caleb und ich mit den Jungs das Jungsprogramm: wir diskutieren mit den Jungs, was es heißt, ein Mann zu sein, wie ein Mann sich gegenüber einer Frau zu verhalten hat und betrachten hierbei gemeinsam Männer aus der Bibel (Jesus, Jünger, Moses, Noah,...). Desweiteren haben wir jede Woche eine "lifeskill" (=Fähigkeit, die für das Leben notwendig ist, wie z.B. Backen, Kochen, Fitness, wie man einen Nagel in die Wand schlägt...etc). Das Ganze hört sich sehr banal und primitiv an, jedoch ist es das für unsere Jungs nicht. Ob ihr es glaubt oder nicht, aber als ich in der Küche stand und das Geschirr gespült hab, kam Trevor rein und meinte: "Was? Ein Mann, der das Geschirr spült??!!". Und die meisten unserer Jungs wissen nicht einmal, dass man um eine Nagel in die Wand zu schlagen, einen Hammer benötigt.
Um 17Uhr bringen wir die Kinder nach Hause. Wir Leiter fahren anschließend in die Kirche, essen etwas und nehmen an AWARNA (=Jungschar für Kinder der Kirche und ein paar unserer Kids) von 18.30-20.30Uhr teil. Um 21Uhr fahren wir nach Hause und kommen um 22Uhr Zuhause an.
Donnerstag:
7.30Uhr: Aufstehen. 8.30-9.30Uhr zur Kirche fahren. Von 9.30-12Uhr ist "Intern Class" (=Schulung für uns Leiter). Dort lernen wir zum Beispiel wichtige Dinge über Gangs in Toronto, Drogendealing, Fundraising, die Bibel,... das Ganze ist sehr (!) hilfreich.
Um 12Uhr fahren wir zum Camp. Der Rest des Tages gleicht dem Donnerstag, jedoch haben wir kein Mutterprogramm, sondern beenden unseren Tag um 19Uhr und kommen um 20Uhr Zuhause an.
Freitag:
9Uhr: Aufstehen. Von 10-12Uhr haben wir Andacht in unserer WG. Von 13-15Uhr ist Tagesplanung im Camp. Freitags ist "Fun-Friday" (=Spaßfreitag). Wir kochen für die Kinder und nach dem gemeinsamen Essen steht irgendeine Art von Spaßaktivität an. Das kann von raus in den Wald gehen, über "wie-forme-ich-etwas-aus-Knete" bis hin zu an den Strand gehen. Nächste Woche ist zum Beispiel Deutschland-Tag :). Da werd ich deutsch kochen, deutsche Spiel mit den Kindern spielen und Dinge thematisieren, die typisch deutsch sind. Hier brauch ich EURE Hilfe! (-> für Anregungen im Gästebuch oder per Mail wäre ich sehr dankbar!!!)
Nachdem wir die Kinder um 19Uhr nach Hause gebracht haben, kommen auch wir um 20Uhr Zuhause an.
Samstag:
Samstags ist Kidstrip-Tag. Wir suchen uns jeweils ein Kind aus, um die Beziehung zu einem einzelnen Kind zu verbessern und zu intensivieren. Samstage sind meine Lieblingstage, denn wir haben einfach unendlich viel Spaß mit den Kindern und es ist eine super Möglichkeit um das "one-on-one" (=das Einzel) zu fördern. Nach meiner Musikteamprobe am Morgen für den Sonntagsgottesdienst holen wir die Kinder ab und unternehmen ganz unterschiedliche Dinge. Bisher haben wir ein Eishockeyspiel und ein Chorkonzert besucht, waren mit den Kindern auf der Santa-Claus-Parade und im IKEA.
Meist dauert der effektive Trip mit den Kids (excl. Travel) nur ca. 2h. Jedoch verbringe ich Samstags sehr viel Zeit in Bus und Bahn. Wir fahren eine Stund ins Camp, holen die Kinder ab, fahren irgendwohin, bringen die Kinder nach Hause und fahren heim. Alles in allem bin ich Samstags NIE unter 5 Stunden unterwegs.
Sonntag:
7.30Uhr: Aufstehen. 8.30Uhr: Zum Camp fahren. 9.30Uhr: Kinder abholen. 10Uhr: Zur Kirche fahren.
10-12Uhr: Gottesdienst. 12Uhr: Kinder nach Hause bringen. 13Uhr: Nach Hause fahren. 14Uhr: Zu Hause ankommen.
Auch hier könnt ihr sehen, dass, obwohl der Gottesdienst nur 2 Stunden dauert, ich aufgrund der Rumfahrerei 5-6 Stunden unterwegs bin.
Montag:
Frei. Montag ist gefüllt mit Dingen, für die unter der Woche sonst keine Zeit bleibt, wie z.B.:
Wäsche waschen, Einkaufen gehen, Apartment putzen, Sachen vorbereiten für die kommende Woche, Skypen mit Familie und Freunde aus Deutschland (was sehr viel Zeit in Anspruch nimmt!), mal ein leckeres Essen kochen oder etwas backen oder einfach nur Zeit zum entspannen haben.
Wie ihr unschwer erkennen könnt, bin ich sehr viel unterwegs und verbringe jeden Tag zwischen 2-4 Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber das ist für die Kanadier etwas ganz normales. Aufgrund der riesigen Distanzen (letztens bin ich 2,5 Stunden durch Toronto gefahren und auf der Karte schaut es aus als sei ich 5min zum Supermarkt gelaufen) hat man keine andere Möglichkeit als täglich einiges an Zeit in Bus und Bahn zu verbringen.
Summa summarum, wenn ich alle Zeit zusammenrechne, die ich außerhalb meines Apartments verbringe (nur aus "arbeitstechnischen" Gründen), komme ich auf eine 60 Stunden Woche. Davon gehen alleine 20 Stunden in Bus und Bahn. Wenn ich das ganze Jahr betrachte, so verbringe ich mehr als einen ganzen Monat in öffentlichen Verkehrsmitteln. Da frag ich mich manchmal schön, wie ich diese Zeit sinnvoll nutzen kann, wo ich doch kein Laptop mit mir habe. Meist bleibt nichts anderes übrig als zu lesen oder Musik zu hören :).
Falls ihr mich also persönlich erreichen wollt (entweder kostenlos per Festnetz: 07233 810470 - funktioniert allerdings nur, wenn ich meinen PC angeschalten habe, da ich meine Öschelbronner Festnetznummer nun auf meinem PC benutze, also einfach probieren - oder per Skype), dann ist das nur zu den Zeit möglich, die ich in meinem Zeitplan mit "Frei" markiert habe.
Also: Montags ab 10 (ab 16Uhr dt. Zeit), Mittwochs zwischen 10 und 13Uhr (16-19Uhr dt. Zeit), Samstag je nach Kidstrip (meistens ab 16 Uhr, also 22 Uhr dt. Zeit) oder Sonntags ab 14Uhr (20Uhr dt. Zeit).
Allerdings kann ich auch nicht immer versprechen, dass ich zu den genannten Zeiten erreichbar sein werde, da wir oft unsere Freizeit für gemeinsame Zeit (meist geprägt von Fitnessstudio, aber auch Spieleabende, Filmeabende oder einfach nur zusammensitzen und reden) nutzen, was meines Erachtens nach sehr wichtig ist um einfach das Miteinander hier zu fördern und mit Caleb, Marwin, Elli, Vera, Michi, Becca und Ruthann zu leben!
Soooo... ich hoffe, ich konnte euch einen mehr oder weniger detaillierten Einblick in mein Leben hier geben.
Falls ihr irgendwelche Fragen oder Kommentare habt, kann ich nur auf mein Gästebuch verweisen - ich freue mich über jeden einzelnen Eintrag!
Liebe Grüße aus dem mittlerweile kälter werdenden Kanada,
euer Kevin
Montag, 21. November 2011
Samstag, 12. November 2011
camp hope...
...ist meine "Arbeitsstelle".
Wir alle arbeiten mit Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen. Die Kinder sind größtenteils dunkelhäutig, temperamentvoll, zwischen 5 und 14 Jahre alt, ohne Vater aufgewachsen (fast alle Mütter sind alleinerziehend) und leben in Wohnungen, die sie vom Staat zur Verfügung gestellt bekommen. All diese Wohnungen sind auf drei "Viertel" aufgeteilt: Firvalley, Cataraqui und Layton. Wenn ihr die letzten drei Sätze ein paar Mal durchlest und versucht euch auszumalen, was jedes dieser Kriterien für ein Kind bedeutet, bekommt ihr ein schwaches Bild von dem Teufelskreis, in dem die Kinder feststecken.
Falls nicht, möchte ich euch auf die Sprünge helfen:
Die Kinder sind dunkelhäutig, d.h. sie grenzen sich schonmal lediglich durch ihre Hautfarbe von der Mehrheit der Gesellschaft in Toronto ab. Ich brauche an dieser Stelle nicht erwähnen, was - laut seriöser Umfragen - dunkle Haut in einer weißen Gesellschaft für Nachteile mit sich bringt (ein weißer und ein schwarzer mit den gleichen Qualifikationen und der gleichen Kompetenz bewerben sich für einen Job - wer wird eingestellt?!)
Die Kinder sind temperamentvoll, da entweder sie selbst oder die Generation davor von Jamaika ausgewandert sind. Temperament, Starrsinnigkeit und Lebhaftigkeit gehen sehr oft Hand in Hand. Da ist es nicht schwer zu erahnen, dass die Kinder oft in einer Diskrepanz zwischen "jamaikanischer Kultur" und "kanadischer Kultur" stecken.
Die Kinder sind zwischen 5 und 14 Jahre alt, d.h. sehr leicht beeinflussbar. Diese Altersgruppe wird sehr gerne als "Runner" benutzt; mehr dazu gleich.
Die Kinder sind ohne Vater aufgewachsen. Die Mütter sind (fast) alle alleinerziehend, in ihrer Kindheit oft (sexuell) missbraucht worden und folglich größtenteils physisch und/oder psychisch kaputt. Dies wiederum hat zur Folge, dass unsere Kinder (meist die älteren Geschwister) den Haushalt alleine schmeißen müssen - von Kochen über Putzen bis hin zu Geschwister erziehen. Kurzes Beispiel: Eine unserer Mütter ist mit einem jamaikanischen Mann verheiratet, der leider kein Visum bekommen hat um nach Kanada einzuwandern. Deshalb möchte sie jetzt für einen Monat nach Jamaika fliegen um ihren Mann zu besuchen. Die Kinder bleiben allein zu Hause, was illegal ist, denn das älteste Kind ist gerade mal 16 Jahre alt und vor wenigen Tagen mit dem Messer abgestochen worden. Die Mutter juckt das jedoch überhaupt nicht. Die Kinder bleiben daheim (die zwei ältesten Geschwister (15 und 16) schmeißen den Haushalt und kümmern sich um die jüngeren Geschwister) während Mami nach Jamaika fliegt.
Die Kinder leben in staatlichen Wohnungen. Ich glaube dieses Kriterium ist ziemlich selbsterklärend: Wer in staatlichen Häusern lebt ist von der Gesellschaft ausgrenzt. Die komplette Gesellschaft schaut auf die "Assis" herab. Welche Möglichkeit hat da ein Kind in der Gesellschaft aufzusteigen? Vom Tellerwäscher zum Millionär - ein Traum! Wohl eher: Vom Tellerwäscher zum Straßenfeger.
Wer von euch kennt in Pforzheim das Mau Mau Gebiet? Wie schwer ist es, aus diesem Teufelskreis herauszukommen? Welcher Harz IV Empfänger jammert nicht, dass er nach 4 Jahren Arbeitslosigkeit fast keine Chance mehr hat in die Arbeitswelt einzusteigen?
Und last but not least (= nicht zuletzt): Die Kinder leben ALLE in 3 Vierteln und diese grenzen aneinander an. Das heißt, dass alle sozial schwachen Familien auf einem Haufen wohnen. Das größte Problem? Drogenhandel! Hier wird mit Drogen gedealt ohne Ende. Wenn ich M. (6 Jahre alt) abends nach Hause bringe und die Haustüre geht auf, werde ich erstmal vom Gestank von Marihuana ins Gesicht geschlagen. Das Haus ist jeden Tag voll mit Menschen, die sich bekiffen. Da tut es mir unendlich leid, M. in diese Verhältnisse abzuschieben. Wo diese Drogen herkommen? Von "oben" - von den "Bikers". Diese wiederum geben die Drogen an jemanden, der sie jemandem gibt, der sie jemandem gibt, der sie jemandem gibt, ... bis sie letztendlich in den Familien unserer Kinder für ca. 10$ (~7€) pro Gramm ankommen. Hier kommen die bereits erwähnten "Runner" (siehe oben) ins Spiel. Drogendealer versuchen Kinder in die Szene zu ziehen, die den Rennpart für sie übernehmen. Beispiel: Ein Drogendealer trifft einen Käufer - beide wollen anonym und möglichst sicher bleiben. Deshalb muss die Droge vom Dealer zum Käufer kommen. Wer rennt am besten? Minderjährige, da sie nicht haftpflichtig sind - d.h. Kinder unter 16 Jahren. Der Reiz für unsere Kids? Schnelles Geld. Und schon sind sie in der Drogenszene involviert. Sehr leicht rutscht man tiefer und tiefer ins Geschäft.
Ich hoffe, ihr erkennt die Gefahr des Teufelskreises. Wie kommt man da wieder raus? Nur indem man erkennt, dass vieles falsch ist und sich bewusst dagegen entscheidet; auch wenn dies zur Folge hat, pleite zu sein und sehr wahrscheinlich verschlagen oder abgestochen zu werden, denn Wissen ins bekanntlich Macht.
Wie dem auch sei. Unsere Aufgabe ist es die Kinder aus dieser Scheiße (entschuldigt meinen Wortlaut, aber das Wort passt einfach perfekt) herauszuholen. Unsere Aufgabe ist es die Kinder außer Gefahr zu bringen. Unsere Aufgabe ist es das Risiko wegzunehmen.
Deshalb holen wir die Kinder nach der Schule (15.30 Uhr) ab und gehen gemeinsam ins Camp. Das Camp ist nichts anderes als eine Kirche. Kirchen in Kanada beinhalten automatisch auch eine Turnhalle, viele viele Räume, eine Küche, etc... perfekt für ein After-School-Program (=Programm nach der Schule).
Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten: die Arbeit mit den Kindern (5-10 Jahre) oder die Arbeit mit den Jugendlichen (11-14 Jahre). Ich arbeite mit den Jugendlichen, was anfangs sehr schwer war, da die Kinder den Leitern sofort um den Hals gefallen sind, während die Jugendlichen überhaupt nichts von uns wissen wollten. Beziehungen aufzubauen dauert seeeeehr lange, aber es ist einfach genial mit anzuschauen, wie wir das Vertrauen der Kinder immer mehr gewinnen und unsere Beziehung zu den Kids intensivieren können. Letztendlich bin ich mega froh, mit den Jugendlichen zu arbeiten, denn sobald man ein Fundament geschaffen hat, können die Jugendlichen einem viel mehr geben als die Kinder.
Das Programm mit den Kindern geht von 16-18 Uhr. Beinhaltet ist: Snack (die Kinder sind hungrig nach der Schule. Viele Kinder bekommen zu Hause nicht genug zu essen), Hausaufgaben machen (viele meiner 11-14 jährigen Kinder können nicht richtig lesen und schreiben, weshalb dieser Part sehr wichtig ist!), Spiele (perfekt, um Spaß mit den Kids zu haben um Beziehen auszubauen; nur so können die Kinder auch sehen, dass wir nicht nur Leiter sind, sondern auch Kinder sein und Spaß haben können), Word Up (= Bibelarbeit; die Kinder hören von Gottes Wort - viele Familien sind streng gläubig aufgrund des jamaikanischen Hintergrunds) sowie das Abschlussprogramm mit Lieder singen, Spiele mit den kleinen Kindern, Gebet und Abkündigungen.
Um 18.30 Uhr bringen wir die Kinder dann nach Hause. Zwei Stunden pro Tag ist auf den ersten Blick sehr wenig Zeit. Wir versuchen jedoch, keine Zeit zu verschwenden, sondern möglichst viel verschiedenes und für die Kinder sinnvolles reinzupacken.
Neben den zwei Stunden mit den Kindern hab ich natürlich noch so einiges anderes zu tun. Doch von meinem generellen Zeitplan möchte ich in meinem nächsten Blogeintrag berichten, sodass ich ihr einen Überblick von dem bekommt, was ich so über die Woche hinweg mache.
Liebe Grüße aus dem kälter werdenden Kanada,
euer Kevin
Wir alle arbeiten mit Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen. Die Kinder sind größtenteils dunkelhäutig, temperamentvoll, zwischen 5 und 14 Jahre alt, ohne Vater aufgewachsen (fast alle Mütter sind alleinerziehend) und leben in Wohnungen, die sie vom Staat zur Verfügung gestellt bekommen. All diese Wohnungen sind auf drei "Viertel" aufgeteilt: Firvalley, Cataraqui und Layton. Wenn ihr die letzten drei Sätze ein paar Mal durchlest und versucht euch auszumalen, was jedes dieser Kriterien für ein Kind bedeutet, bekommt ihr ein schwaches Bild von dem Teufelskreis, in dem die Kinder feststecken.
Falls nicht, möchte ich euch auf die Sprünge helfen:
Die Kinder sind dunkelhäutig, d.h. sie grenzen sich schonmal lediglich durch ihre Hautfarbe von der Mehrheit der Gesellschaft in Toronto ab. Ich brauche an dieser Stelle nicht erwähnen, was - laut seriöser Umfragen - dunkle Haut in einer weißen Gesellschaft für Nachteile mit sich bringt (ein weißer und ein schwarzer mit den gleichen Qualifikationen und der gleichen Kompetenz bewerben sich für einen Job - wer wird eingestellt?!)
Die Kinder sind temperamentvoll, da entweder sie selbst oder die Generation davor von Jamaika ausgewandert sind. Temperament, Starrsinnigkeit und Lebhaftigkeit gehen sehr oft Hand in Hand. Da ist es nicht schwer zu erahnen, dass die Kinder oft in einer Diskrepanz zwischen "jamaikanischer Kultur" und "kanadischer Kultur" stecken.
Die Kinder sind zwischen 5 und 14 Jahre alt, d.h. sehr leicht beeinflussbar. Diese Altersgruppe wird sehr gerne als "Runner" benutzt; mehr dazu gleich.
Die Kinder sind ohne Vater aufgewachsen. Die Mütter sind (fast) alle alleinerziehend, in ihrer Kindheit oft (sexuell) missbraucht worden und folglich größtenteils physisch und/oder psychisch kaputt. Dies wiederum hat zur Folge, dass unsere Kinder (meist die älteren Geschwister) den Haushalt alleine schmeißen müssen - von Kochen über Putzen bis hin zu Geschwister erziehen. Kurzes Beispiel: Eine unserer Mütter ist mit einem jamaikanischen Mann verheiratet, der leider kein Visum bekommen hat um nach Kanada einzuwandern. Deshalb möchte sie jetzt für einen Monat nach Jamaika fliegen um ihren Mann zu besuchen. Die Kinder bleiben allein zu Hause, was illegal ist, denn das älteste Kind ist gerade mal 16 Jahre alt und vor wenigen Tagen mit dem Messer abgestochen worden. Die Mutter juckt das jedoch überhaupt nicht. Die Kinder bleiben daheim (die zwei ältesten Geschwister (15 und 16) schmeißen den Haushalt und kümmern sich um die jüngeren Geschwister) während Mami nach Jamaika fliegt.
Die Kinder leben in staatlichen Wohnungen. Ich glaube dieses Kriterium ist ziemlich selbsterklärend: Wer in staatlichen Häusern lebt ist von der Gesellschaft ausgrenzt. Die komplette Gesellschaft schaut auf die "Assis" herab. Welche Möglichkeit hat da ein Kind in der Gesellschaft aufzusteigen? Vom Tellerwäscher zum Millionär - ein Traum! Wohl eher: Vom Tellerwäscher zum Straßenfeger.
Wer von euch kennt in Pforzheim das Mau Mau Gebiet? Wie schwer ist es, aus diesem Teufelskreis herauszukommen? Welcher Harz IV Empfänger jammert nicht, dass er nach 4 Jahren Arbeitslosigkeit fast keine Chance mehr hat in die Arbeitswelt einzusteigen?
Und last but not least (= nicht zuletzt): Die Kinder leben ALLE in 3 Vierteln und diese grenzen aneinander an. Das heißt, dass alle sozial schwachen Familien auf einem Haufen wohnen. Das größte Problem? Drogenhandel! Hier wird mit Drogen gedealt ohne Ende. Wenn ich M. (6 Jahre alt) abends nach Hause bringe und die Haustüre geht auf, werde ich erstmal vom Gestank von Marihuana ins Gesicht geschlagen. Das Haus ist jeden Tag voll mit Menschen, die sich bekiffen. Da tut es mir unendlich leid, M. in diese Verhältnisse abzuschieben. Wo diese Drogen herkommen? Von "oben" - von den "Bikers". Diese wiederum geben die Drogen an jemanden, der sie jemandem gibt, der sie jemandem gibt, der sie jemandem gibt, ... bis sie letztendlich in den Familien unserer Kinder für ca. 10$ (~7€) pro Gramm ankommen. Hier kommen die bereits erwähnten "Runner" (siehe oben) ins Spiel. Drogendealer versuchen Kinder in die Szene zu ziehen, die den Rennpart für sie übernehmen. Beispiel: Ein Drogendealer trifft einen Käufer - beide wollen anonym und möglichst sicher bleiben. Deshalb muss die Droge vom Dealer zum Käufer kommen. Wer rennt am besten? Minderjährige, da sie nicht haftpflichtig sind - d.h. Kinder unter 16 Jahren. Der Reiz für unsere Kids? Schnelles Geld. Und schon sind sie in der Drogenszene involviert. Sehr leicht rutscht man tiefer und tiefer ins Geschäft.
Ich hoffe, ihr erkennt die Gefahr des Teufelskreises. Wie kommt man da wieder raus? Nur indem man erkennt, dass vieles falsch ist und sich bewusst dagegen entscheidet; auch wenn dies zur Folge hat, pleite zu sein und sehr wahrscheinlich verschlagen oder abgestochen zu werden, denn Wissen ins bekanntlich Macht.
Wie dem auch sei. Unsere Aufgabe ist es die Kinder aus dieser Scheiße (entschuldigt meinen Wortlaut, aber das Wort passt einfach perfekt) herauszuholen. Unsere Aufgabe ist es die Kinder außer Gefahr zu bringen. Unsere Aufgabe ist es das Risiko wegzunehmen.
Deshalb holen wir die Kinder nach der Schule (15.30 Uhr) ab und gehen gemeinsam ins Camp. Das Camp ist nichts anderes als eine Kirche. Kirchen in Kanada beinhalten automatisch auch eine Turnhalle, viele viele Räume, eine Küche, etc... perfekt für ein After-School-Program (=Programm nach der Schule).
Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten: die Arbeit mit den Kindern (5-10 Jahre) oder die Arbeit mit den Jugendlichen (11-14 Jahre). Ich arbeite mit den Jugendlichen, was anfangs sehr schwer war, da die Kinder den Leitern sofort um den Hals gefallen sind, während die Jugendlichen überhaupt nichts von uns wissen wollten. Beziehungen aufzubauen dauert seeeeehr lange, aber es ist einfach genial mit anzuschauen, wie wir das Vertrauen der Kinder immer mehr gewinnen und unsere Beziehung zu den Kids intensivieren können. Letztendlich bin ich mega froh, mit den Jugendlichen zu arbeiten, denn sobald man ein Fundament geschaffen hat, können die Jugendlichen einem viel mehr geben als die Kinder.
Das Programm mit den Kindern geht von 16-18 Uhr. Beinhaltet ist: Snack (die Kinder sind hungrig nach der Schule. Viele Kinder bekommen zu Hause nicht genug zu essen), Hausaufgaben machen (viele meiner 11-14 jährigen Kinder können nicht richtig lesen und schreiben, weshalb dieser Part sehr wichtig ist!), Spiele (perfekt, um Spaß mit den Kids zu haben um Beziehen auszubauen; nur so können die Kinder auch sehen, dass wir nicht nur Leiter sind, sondern auch Kinder sein und Spaß haben können), Word Up (= Bibelarbeit; die Kinder hören von Gottes Wort - viele Familien sind streng gläubig aufgrund des jamaikanischen Hintergrunds) sowie das Abschlussprogramm mit Lieder singen, Spiele mit den kleinen Kindern, Gebet und Abkündigungen.
Um 18.30 Uhr bringen wir die Kinder dann nach Hause. Zwei Stunden pro Tag ist auf den ersten Blick sehr wenig Zeit. Wir versuchen jedoch, keine Zeit zu verschwenden, sondern möglichst viel verschiedenes und für die Kinder sinnvolles reinzupacken.
Neben den zwei Stunden mit den Kindern hab ich natürlich noch so einiges anderes zu tun. Doch von meinem generellen Zeitplan möchte ich in meinem nächsten Blogeintrag berichten, sodass ich ihr einen Überblick von dem bekommt, was ich so über die Woche hinweg mache.
| Ein Teil unserer Truppe |
euer Kevin
Samstag, 15. Oktober 2011
rückblick...
Eigentlich hatte ich vor, diesen Blogeintrag in verschiedene Themata zu unterteilen.
Da ich jedoch seit längerer Zeit nichts mehr von mir berichtet habe (ein großes "ENTSCHULDIGUNG!" an dieser Stelle, aber meine ersten 3 Wochen im Camp gingen einfach drunter und drüber), glaube ich, dass es besser ist, einiges zusammenzufassen, sodass wir gemeinsam schnellstmöglich wieder auf dem aktuellsten Stand sind :).
Wie bereits erwähnt, haben wir eine Woche im Liebenzeller Haus in Toronto verbracht. Neben "am Strand liegen und entspannen"
oder "am Strand liegen und Kevin im Sand verbuddeln" standen noch zwei weitere geniale Dinge auf unserem Stundenplan: das "Adam House" und die "Obdachlosenkirche".
Das Adam House ist eine Einrichtung, indem Flüchtlinge Zuflucht suchen. Die Gründe, weshalb diese Menschen hier leben müssen, sind total unterschiedlich. Zum größten Teil jedoch kommen jene Flüchtlinge aus Länden, in denen Krieg herrscht. Da sie keine Zeit haben, den "normalen" Weg der Immigration zu bestreiten, und die Einreise nach Kanada sehr lange dauert (6 Monate, wenn man jemanden kennt, der sich bereit erklärt, dich in die kanadische Kultur "einzuweisen", ansonsten viel länger), fliegen die meisten einfach nach Kanada, sagen an der Zollgrenze, dass sie kein Visum haben, und kommen dann in Einrichtungen wie das Adam House unter.
Wie dem auch sei, die Zeit im Adam House war einfach genial. Wir haben versucht, den Menschen dort zu dienen, indem wir die Küche (die total versifft und voll von Kakerlaken war) geputzt und für die versammelte Mannschaft gekocht haben. Zum Teil haben die Flüchtlinge auch psychische oder physische Probleme. Eine Frau ist mir da besonders ins Auge gefallen: ca. 1,50m groß, total zierlich, in sich zusammengekauert, verschränkte Arme, ungepflegte Haare, ängstlicher Blick. Jedes Mal wenn jemand zur Türe reinkommt, ruft sie: "MAFFIA, MAFFIA!!" und keiner weiß weshalb, denn ihre Vergangenheit gibt sie keinem preis. Man vermutet logischerweise, dass sie in ihrem Leben Probleme mit der Maffia hatte, aber wissen tut es keiner. Selbst wenn Donna (unsere Leiterin, die sie schon 1 Jahr kennt) zwei Schritte auf sie zumacht, geht sie 2 Schritte zurück. Ich glaube, dass spricht für sich!
In der Obdachlosenkirche gibt es ein Mal pro Woche ein Essen für Obdachlose, welches von Freiwilligen zubereitet wird. Unsere Aufgabe war es, den Obdachlosen das Essen zu servieren. Ihr glaubt gar nicht, wie dankbar manche für ein warmes Essen sind.
Einige meinen sogar, sie könnten uns "Kellner" austricksen: das erste Essen verschwindet im Rucksack und man gibt vor, noch keines bekommen zu haben, sodass das zwei Essen das "erste" ist und genüsslich verspeist wird. Den Leitern geht es jedoch nicht darum, die Obdachlosen zu "erwischen" wie sie zwei Essen absahnen, sondern lediglich ihnen zu dienen. Denn Essen hatten wir genug :). Nach dem Essen haben einige von uns noch ein Glaubenszeugnis gegeben und zum Schluss haben wir gemeinsam die Kirche aufgeräumt. Ich hab den "Staubsaugerpart" übernommen. Während des Staubsaugens schrie mich dann ein Mann an: "Don't come here, when I am eating!" (= Komm nicht hier her, während ich esse!"). Dann steht er auf und zieht einfach den Stecker :). Im Nachhinein würde ich sagen, dass diese zwei Aktivitäten eine der besten Erfahrungen waren, die ich hier gemacht habe. Einfach mal zu sehen, wie die Ärmsten der Armen leben. Und hilfreich für die Arbeit mit sozial-schwachen Kindern war's auch :). Ansonsten ging die Woche im Liebenzeller Haus sehr schnell rum. Am Ende der Woche haben wir dann zum ersten Mal die anderen Volontäre getroffen. Ort der ersten Begegnung war das Haus einer "Borderfamilie". Border nennen wir die Personen, die uns passiv unterstützen (v.a. finanziell). Diese Familien sind meist sehr reich. Dementsprechend war dann auch das Haus, indem wir uns versammelt haben :). Dort wurde uns dann auch gesagt, in welchem Camp (Camp Hope (= Hoffnung), Camp Victory (= Sieg), Camp Freedom (= Freiheit)) wir eingeteilt sind und wer mit uns arbeitet: Ich arbeite im CAMP HOPE (= Hoffnung) mit 6 anderen Volontären: Marwin (Deutscher, der mit mir aufs Hebel-Gymnasium ging), Caleb (Kanadier), Ruthann (Kanadierin), Becca (Engländerin), Vera (Deutsche) und Eliane (Deutsche). Mit der Einteilung bin ich mehr als zufrieden. Wir kommen super miteinander aus und unsere Arbeit im Camp ist genial! Doch mehr davon in meinem nächsten Blogeintrag, der mit Sicherheit nicht so lange dauert wie dieser.
| Chillen am Strand |
| Kevin im Sandopharg |
| Küche putzen im Adam House |
| Obdachlose beim Essen abholen |
Einige meinen sogar, sie könnten uns "Kellner" austricksen: das erste Essen verschwindet im Rucksack und man gibt vor, noch keines bekommen zu haben, sodass das zwei Essen das "erste" ist und genüsslich verspeist wird. Den Leitern geht es jedoch nicht darum, die Obdachlosen zu "erwischen" wie sie zwei Essen absahnen, sondern lediglich ihnen zu dienen. Denn Essen hatten wir genug :). Nach dem Essen haben einige von uns noch ein Glaubenszeugnis gegeben und zum Schluss haben wir gemeinsam die Kirche aufgeräumt. Ich hab den "Staubsaugerpart" übernommen. Während des Staubsaugens schrie mich dann ein Mann an: "Don't come here, when I am eating!" (= Komm nicht hier her, während ich esse!"). Dann steht er auf und zieht einfach den Stecker :). Im Nachhinein würde ich sagen, dass diese zwei Aktivitäten eine der besten Erfahrungen waren, die ich hier gemacht habe. Einfach mal zu sehen, wie die Ärmsten der Armen leben. Und hilfreich für die Arbeit mit sozial-schwachen Kindern war's auch :). Ansonsten ging die Woche im Liebenzeller Haus sehr schnell rum. Am Ende der Woche haben wir dann zum ersten Mal die anderen Volontäre getroffen. Ort der ersten Begegnung war das Haus einer "Borderfamilie". Border nennen wir die Personen, die uns passiv unterstützen (v.a. finanziell). Diese Familien sind meist sehr reich. Dementsprechend war dann auch das Haus, indem wir uns versammelt haben :). Dort wurde uns dann auch gesagt, in welchem Camp (Camp Hope (= Hoffnung), Camp Victory (= Sieg), Camp Freedom (= Freiheit)) wir eingeteilt sind und wer mit uns arbeitet: Ich arbeite im CAMP HOPE (= Hoffnung) mit 6 anderen Volontären: Marwin (Deutscher, der mit mir aufs Hebel-Gymnasium ging), Caleb (Kanadier), Ruthann (Kanadierin), Becca (Engländerin), Vera (Deutsche) und Eliane (Deutsche). Mit der Einteilung bin ich mehr als zufrieden. Wir kommen super miteinander aus und unsere Arbeit im Camp ist genial! Doch mehr davon in meinem nächsten Blogeintrag, der mit Sicherheit nicht so lange dauert wie dieser.
Freitag, 9. September 2011
internet...
...gibt es leider im Haus der Liebenzeller Mission Toronto nicht.
Deshalb konnte ich jetzt die ganze Woche keine Posts veröffentlichen. Dafür gibt es jetzt die volle Ladung: 3 auf einen Streich :).
Ich hoffe, ihr kommt mit dem Lesen hinterher, denn ich hab noch so einiges zu berichten. Doch mehr davon ein ander Mal!
Liebe Grüße aus der Stadtbibliothek, Toronto
Deshalb konnte ich jetzt die ganze Woche keine Posts veröffentlichen. Dafür gibt es jetzt die volle Ladung: 3 auf einen Streich :).
Ich hoffe, ihr kommt mit dem Lesen hinterher, denn ich hab noch so einiges zu berichten. Doch mehr davon ein ander Mal!
Liebe Grüße aus der Stadtbibliothek, Toronto
toronto…
…ist einfach genial! Und zwar genial in jedem Sinne: genial riesig, genial schön, genial multikulturell, genial gelegen (und zwar am Lake Ontario), genial beeindruckend und faszinierend!
Am Sonntag, den 4. September, sind wir in der Hauptstadt Ontarios (Provinz Kanadas) angekommen. In der 5Mio. Stadt (!) leben unendlich viele Kulturen und wenn man auf der Straße läuft, hört man meist kein Englisch. Wir selbst leben für eine Woche im Haus der Liebenzeller Mission und ziehen dann am Montag, den 12.September, in unsere WGs ein.
An unserem ersten Tag in Toronto sind wir abends gleich mal an den Lake Ontario (= Ontariosee) .
Jedoch sollte dieser See nicht OntarioSEE, sondern OntarioMEER heißen, denn er ist einfach riesig! Man kann an keiner Stelle das andere Ufer sehen und der Bodensee ist im Vergleich zum Lake Ontario eine Pfütze! Dabei ist der Lake Ontario noch der kleinste und der am tiefsten gelegene der vier Seen Ontarios.
An unserem zweiten Tag war Labour Day in Kanada, d.h. arbeitsfreier Tag für die meisten Kanadier und geschlossene Geschäfte. Das einzig offene Einkaufszentrum war das „Eaton Centre“. Dort gingen wir gemeinsam mit gefühlten anderen 3 Millionen Leuten einkaufen!
Ansonsten unsere Aufgabe hier? Uns an das Leben in Toronto gewöhnen, mit dem öffentlichen Verkehrssystem lernen klarzukommen, etwas Hausarbeit im Haus der Liebenzeller (es ist noch etwas baufällig, da die LM dieses Haus noch nicht lange besitzt), und noch zwei geniale Dinge, von denen ich erst die kommenden Tage berichten werde.
Leider haben wir im LM-Haus kein Internet. Um meine Blog-Einträge veröffentlichen zu können, muss ich entweder in nen McDonalds oder in die Stadtbibliothek. Jedoch wird sich mein Leben in Toronto ab Montag nochmal komplett verändern, denn dann ziehen wir in die WGs ein und meine Arbeit bei UrbanPromise und mit den Kindern beginnt. Ich freu mich schon mega drauf!
Am Sonntag, den 4. September, sind wir in der Hauptstadt Ontarios (Provinz Kanadas) angekommen. In der 5Mio. Stadt (!) leben unendlich viele Kulturen und wenn man auf der Straße läuft, hört man meist kein Englisch. Wir selbst leben für eine Woche im Haus der Liebenzeller Mission und ziehen dann am Montag, den 12.September, in unsere WGs ein.
An unserem ersten Tag in Toronto sind wir abends gleich mal an den Lake Ontario (= Ontariosee) .
Jedoch sollte dieser See nicht OntarioSEE, sondern OntarioMEER heißen, denn er ist einfach riesig! Man kann an keiner Stelle das andere Ufer sehen und der Bodensee ist im Vergleich zum Lake Ontario eine Pfütze! Dabei ist der Lake Ontario noch der kleinste und der am tiefsten gelegene der vier Seen Ontarios.
An unserem zweiten Tag war Labour Day in Kanada, d.h. arbeitsfreier Tag für die meisten Kanadier und geschlossene Geschäfte. Das einzig offene Einkaufszentrum war das „Eaton Centre“. Dort gingen wir gemeinsam mit gefühlten anderen 3 Millionen Leuten einkaufen!
Ansonsten unsere Aufgabe hier? Uns an das Leben in Toronto gewöhnen, mit dem öffentlichen Verkehrssystem lernen klarzukommen, etwas Hausarbeit im Haus der Liebenzeller (es ist noch etwas baufällig, da die LM dieses Haus noch nicht lange besitzt), und noch zwei geniale Dinge, von denen ich erst die kommenden Tage berichten werde.
Leider haben wir im LM-Haus kein Internet. Um meine Blog-Einträge veröffentlichen zu können, muss ich entweder in nen McDonalds oder in die Stadtbibliothek. Jedoch wird sich mein Leben in Toronto ab Montag nochmal komplett verändern, denn dann ziehen wir in die WGs ein und meine Arbeit bei UrbanPromise und mit den Kindern beginnt. Ich freu mich schon mega drauf!
AD x 2 = AK…
Was diese Gleichung wohl bedeutet?
Hier die Legende: AD = Artikel in Deutschland, AK = Artikel in Kanada
-> deutscher Artikel mal 2 ergibt kanadischer Artikel!
Ob ihr es glaubt oder nicht, hier ist einfach ALLES doppelt so groß wie bei uns!
Was bei uns die große Packung ist, ist in Kanada die kleine! Jedes Shampoo, jede Zahnpasta, jedes Trinken, Erdnussbutter, Marmelade, jedes Auto, jede Straße ist doppelt so groß, doppelt so breit und doppelt so lang oder hoch wie bei uns!
Nur die Kanadier sind nicht doppelt so groß wie wir. Wahrscheinlich wollen sie einfach nur größer sein als sie es sind!?
Hier die Legende: AD = Artikel in Deutschland, AK = Artikel in Kanada
-> deutscher Artikel mal 2 ergibt kanadischer Artikel!
Ob ihr es glaubt oder nicht, hier ist einfach ALLES doppelt so groß wie bei uns!
Was bei uns die große Packung ist, ist in Kanada die kleine! Jedes Shampoo, jede Zahnpasta, jedes Trinken, Erdnussbutter, Marmelade, jedes Auto, jede Straße ist doppelt so groß, doppelt so breit und doppelt so lang oder hoch wie bei uns!
Beweis:
| Elena |
| damit kann man nicht nur Wäsche aufhängen :) |
| Eliane |
P.S.: „Normale“ Autos fahren hier nicht rum! JEDER Kanadier fährt entweder ´nen Van oder ´nen Truck! Meine erste Erfahrung auf der kanadischen Autobahn fiel dementsprechend faszinierend aus! J
ich werde verfolgt…
….und zwar vom „maple leaf“ (=Ahornblatt)!
Das rote Ahornblatt ist wichtigster Bestandteil der kanadischen Flagge und gleichzeitig auch der Nationalstolz aller Kanadier. Dieses Blatt ist einfach ÜBERALL!!! Man kann in Kanada durch keine Straße laufen, ohne dem „maple leaf“ (gespr. mäipl lif) über den Weg zu laufen. Was es mit diesem Mysterium auf sich hat? Keine Ahnung. Die Kanadier sind einfach nur stolz drauf. Ich habe Jeff (unseren kanadischen Leiter) gefragt, weshalb dieses Blatt omnipräsent ist unter er meinte: „Das Ahornblatt ist nicht überall! Geh mal in die USA, denn DORT hängt ÜBERALL die Ami-Flagge! Dagegen ist Kanada nichts!“ Ich bin echt gespannt, wie es in den USA aussieht, aber das hier zu toppen scheint mir bisher unmöglich. Das Blatt ist in (fast) jedem Garten, auf jeder Werbung, auf jedem Logo und es ist sogar auf dem McDonalds Zeichen eingraviert!
Das rote Ahornblatt ist wichtigster Bestandteil der kanadischen Flagge und gleichzeitig auch der Nationalstolz aller Kanadier. Dieses Blatt ist einfach ÜBERALL!!! Man kann in Kanada durch keine Straße laufen, ohne dem „maple leaf“ (gespr. mäipl lif) über den Weg zu laufen. Was es mit diesem Mysterium auf sich hat? Keine Ahnung. Die Kanadier sind einfach nur stolz drauf. Ich habe Jeff (unseren kanadischen Leiter) gefragt, weshalb dieses Blatt omnipräsent ist unter er meinte: „Das Ahornblatt ist nicht überall! Geh mal in die USA, denn DORT hängt ÜBERALL die Ami-Flagge! Dagegen ist Kanada nichts!“ Ich bin echt gespannt, wie es in den USA aussieht, aber das hier zu toppen scheint mir bisher unmöglich. Das Blatt ist in (fast) jedem Garten, auf jeder Werbung, auf jedem Logo und es ist sogar auf dem McDonalds Zeichen eingraviert!
| Verrückt, oder? |
Beweis:
Da sage mir noch einer, Deutschland sei patriotisch! Wobei – vielleicht sollten wir uns mal von den Kanadiern ´ne Scheibe abschneiden was „Patriotismus“ betrifft?
Freitag, 2. September 2011
in moffat...
...ist es wunderschön!!! Wir leben hier auf einem rießigen Gelände mitten in der Pampa. Um das nächste Haus zu erreichen bedarf es einer 15-minütigen Autofahrt. Dafür haben wir hier einfach alles: rießige Rasenflächen, Wald, Volleyballfeld, Fußball- Frisbee- Footballfeld, einen See, Kanus...etc.
Das Haus, in dem wir leben, ist an sich echt genial: rustikal eingerichtet, groß, mit Aufenthaltsraum und Sofas :), 4er-Zimmer.
Nur Duschen gibt es im Haus nicht. Um duschen zu können, müssen wir 500m über den Rasen laufen, aber das ist das kleinste Problem. Viel nerviger ist, dass das Wasser nicht geprüft wird, nach faulen Eiern stinkt und wir deshalb NICHT aus dem Wasserhahnen trinken dürfen, sondern immer Flaschen mitnehmen müssen.
Aber was das Coolste ist: wir haben eeeeeeeeeeeeeeewig viel Zeit für uns!!
Mein Tagesablauf sieht ungefähr folgendermaßen aus:
Ansonsten verbringen wir sehr viel Zeit gemeinsam mit Gesellschaftsspielen (z.B. Ligretto) oder aber jeder sitzt an seinem PC und skypt mit seiner Familie oder Freunden in Deutschland. Ja, wir haben Internet!!!
Unsere Leiter, Gregg und Donna Hanchett, sind beide Amerikaner.
Die Hausfamilie ist kanadisch, wobei die Frau aus der Schweiz kommt. Das heißt, dass ich bisher nur einen Kanadier kennen gelernt habe :).
In Moffat werde ich jetzt noch bis Sonntag bleiben. Am Montag sind wir 7 UPler (Urban Promise-ler) für eine Woche Vorbereitungsseminar in Toronto und ziehen dann am 11.September (!) in unsere WGs ein - gutes Omen, oder?
So langsam wirds auch mal Zeit "Kevin in Toronto" zu praktizieren!
Liebe Grüße aus Moffat, euer Kevin
Das Haus, in dem wir leben, ist an sich echt genial: rustikal eingerichtet, groß, mit Aufenthaltsraum und Sofas :), 4er-Zimmer.
Nur Duschen gibt es im Haus nicht. Um duschen zu können, müssen wir 500m über den Rasen laufen, aber das ist das kleinste Problem. Viel nerviger ist, dass das Wasser nicht geprüft wird, nach faulen Eiern stinkt und wir deshalb NICHT aus dem Wasserhahnen trinken dürfen, sondern immer Flaschen mitnehmen müssen.
Aber was das Coolste ist: wir haben eeeeeeeeeeeeeeewig viel Zeit für uns!!
Mein Tagesablauf sieht ungefähr folgendermaßen aus:
8 Uhr: Frühstück
8.30-9.30 Uhr: frei
9.30-11 Uhr: Bibelarbeit
11-12.30 Uhr: frei
12.30 Uhr: Mittagessen
13.30-17.30: frei
17.30 Uhr: Abendessen
17.30- unbegrenzt: frei
Meistens gehen wir mittags in die Natur - entweder machen wir im Garten Sport (Kanu fahren, Volleyball, Frisbee spielen) oder aber wir gehen an einem solch heißen Tag wie heute an einen See und baden oder spielen Beachvolleyball :)...Ansonsten verbringen wir sehr viel Zeit gemeinsam mit Gesellschaftsspielen (z.B. Ligretto) oder aber jeder sitzt an seinem PC und skypt mit seiner Familie oder Freunden in Deutschland. Ja, wir haben Internet!!!
| v.l.: Gregg, Donna, Johannes |
Die Hausfamilie ist kanadisch, wobei die Frau aus der Schweiz kommt. Das heißt, dass ich bisher nur einen Kanadier kennen gelernt habe :).
In Moffat werde ich jetzt noch bis Sonntag bleiben. Am Montag sind wir 7 UPler (Urban Promise-ler) für eine Woche Vorbereitungsseminar in Toronto und ziehen dann am 11.September (!) in unsere WGs ein - gutes Omen, oder?
So langsam wirds auch mal Zeit "Kevin in Toronto" zu praktizieren!
Liebe Grüße aus Moffat, euer Kevin
Dienstag, 30. August 2011
endlich... angekommen...
Bevor ich von meiner Reise nach Kanada und meiner Ankunft in Toronto erzähle, möchte ich noch ein paar wenige Worte über meine letzten paar Wochen und Tage verlieren:
Von 1.-10. und von 12.-21. August standen Vorbereitungsseminare in Bad Liebenzell und Neckarzimmern an. Dort wurden wir auf unsere Zeit im Ausland vorbereitet und haben diverse Themen behandelt wie "Kultur" in Verbindung mit "Kulturschock", "Mission"...etc.
Im Vordergrund stand jedoch das Kennenlernen der Gruppe. So haben nicht nur wir 18 Kanadier uns untereinander austauschen und kennenlernen dürfen, sondern auch KZMler (Kurzzeitmissionare) nach Sambia, Ghana, Borundi, Equador, Zypern und Frankreich waren dabei.
Uns wurden ganz alltägliche, aber dennoch wichtige Dinge beigebracht. Vor allem das Thema "Kultur" wurde ausgiebig behandelt.
Nach 20 Seminartagen hatte ich dann noch eine Woche Zeit, um meinen ganzen "Rest" zu erledigen - dazu gehörten Abschied nehmen, meine Abschiedsparty, Schreibkram und Packen (wobei ich letzteres lange vor mir hergeschoben habe ^^).
Ich dachte eine Woche wäre wirklich genug, um meine "To-Do-Liste" abzuhaken, jedoch kam einiges wirklich zu kurz! Vor allem, wenn noch folgende Geschichte passiert:
Unsere Visa wurden uns per E-Mail zugesandt. Da die E-Mail Adresse "Do Not Reply" (dt: Antworten Sie nicht) beinhaltete, landete jede Mail mit dem Visum bei uns im Spamordner. So verpeilt, wie ich ich bin, hab ich vergessen, die Mail in den Posteingang zu verschieben und konnte mein Visum auch nicht ausdrucken, da wir in Liebenzell keinen Drucker hatten.
Als ich am Freitag mein Visum ausdrucken wollte, war die E-Mail verschwunden! Einfach weg! Obwohl die Aufbewahrungszeit 30 Tage beträgt - und 30 Tage waren noch nicht vergangen! Sogar ein Telefonat mit GMX half nichts - 9€ umsonst ^^.
Ich habe sofort die Liebenzeller Mission angerufen und gefragt, was ich tun soll. Die Frau aus Liebenzell meinte, sie versucht die kanadische Botschaft zu erreichen, was jedoch am Freitagnachmittag sehr unwahrscheinlich ist. Die gute Nachricht war, dass sie jemanden erreicht hat, die schlechte, dass diese Person nicht für mein Visum zuständig war.
Die Frau der LM meinte, ich solle auf jeden Fall am Montag zum Flughafen kommen. Falls mein Visum da ist, hab ich Glück, falls nicht, dürfe ich wieder nach Hause, Flug umbuchen und irgendwann später fliegen - denn kein Visum bedeutet keine Einreise nach Kanada!
Ihr glaubt gar nicht, wie ich gebangt, gezittert und gebetet hab! 10 Minuten später landete eine E-Mail mit meinem Visum im Postfach!! Welch Gebetserhörung!!!! Gott ist eben treu...
Am Montag, den 29. August, gings dann endlich los - erst nach Frankfurt und dann mit Zwischenstop in London und Montréal nach Toronto.
Die Reise war unbeschwert, jedoch sehr lang! Irgendwann können auch die Einzelbildschirme in der Lehne des Vordermanns die Langeweile nicht mehr bändigen. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als mich damit abzufinden, dass schlafen etwas Unmögliches war und abzuwarten. Abzuwarten, bis wir in Toronto sind.
Eine Beschäftigungsmöglichkeit hatte ich jedoch: das Fotografieren!
Genial war, dass wir nicht "gegen die Sonne", sondern "mit der Sonne" geflogen sind, also Richtung Westen. Das heißt, dass wir gegen 23 Uhr alle müde waren, es jedoch draußen noch taghell war! Gegen 2:30Uhr nachts erlebte ich dann den spätesten, aber wahrscheinlich genialsten Sonnenuntergang meines Lebens - denn der fand auf 10.000m Höhe über den Wolken statt :)
Das Resultat sah dann ungefähr so aus (in Wirklichkeit war es noch vieeeeeeel schöner!!!):

Man kann richtig die
Erdrundung sehen, oder?

In Montréal angekommen, gings erstmal an die Einreise - Declaration Card ausfüllen, Visum zeigen, Passkontrolle und der ganze Bürokratiekram.
Das einzige Hindernis bildete ein Schwarzwälder Schinken, den Kathrin und Flo dann zurücklassen mussten, da das Einführen von Fleisch verboten ist :).
Gegen 0Uhr kamen wir dann in Toronto an und wurden von Gregg Hanchett, seiner Frau und Jeff abgeholt. 34 Koffer musste in 2 Vans und 1 Auto - ihr könnt euch vorstellen, wie RIESSIG die Vans waren!! In Kanada ist irgendwie alles doppelt so groß wie bei uns!!
Im Freizeithaus in Moffat angekommen gings dann sofort ins Bett. Denn am nächsten Morgen stand um 9 Uhr "Breakfast" an. Doch dazu ein ander Mal mehr.
Nur soviel vorab: Meine erste Nacht war besch***eiden, da wir keinen Wecker hatten und ich nicht schon am ersten Tag verschlafen wollte. Deshalb bin ich um 4.30, um 5.30, um 6 und um 7 aufgewacht. Irgendwann bin ich dann aufgestanden.
Liebe Grüße aus dem wunderschönen Moffat in Kanada,
euer Kevin
Von 1.-10. und von 12.-21. August standen Vorbereitungsseminare in Bad Liebenzell und Neckarzimmern an. Dort wurden wir auf unsere Zeit im Ausland vorbereitet und haben diverse Themen behandelt wie "Kultur" in Verbindung mit "Kulturschock", "Mission"...etc.
Im Vordergrund stand jedoch das Kennenlernen der Gruppe. So haben nicht nur wir 18 Kanadier uns untereinander austauschen und kennenlernen dürfen, sondern auch KZMler (Kurzzeitmissionare) nach Sambia, Ghana, Borundi, Equador, Zypern und Frankreich waren dabei.
Uns wurden ganz alltägliche, aber dennoch wichtige Dinge beigebracht. Vor allem das Thema "Kultur" wurde ausgiebig behandelt.
Nach 20 Seminartagen hatte ich dann noch eine Woche Zeit, um meinen ganzen "Rest" zu erledigen - dazu gehörten Abschied nehmen, meine Abschiedsparty, Schreibkram und Packen (wobei ich letzteres lange vor mir hergeschoben habe ^^).
Ich dachte eine Woche wäre wirklich genug, um meine "To-Do-Liste" abzuhaken, jedoch kam einiges wirklich zu kurz! Vor allem, wenn noch folgende Geschichte passiert:
Unsere Visa wurden uns per E-Mail zugesandt. Da die E-Mail Adresse "Do Not Reply" (dt: Antworten Sie nicht) beinhaltete, landete jede Mail mit dem Visum bei uns im Spamordner. So verpeilt, wie ich ich bin, hab ich vergessen, die Mail in den Posteingang zu verschieben und konnte mein Visum auch nicht ausdrucken, da wir in Liebenzell keinen Drucker hatten.
Als ich am Freitag mein Visum ausdrucken wollte, war die E-Mail verschwunden! Einfach weg! Obwohl die Aufbewahrungszeit 30 Tage beträgt - und 30 Tage waren noch nicht vergangen! Sogar ein Telefonat mit GMX half nichts - 9€ umsonst ^^.
Ich habe sofort die Liebenzeller Mission angerufen und gefragt, was ich tun soll. Die Frau aus Liebenzell meinte, sie versucht die kanadische Botschaft zu erreichen, was jedoch am Freitagnachmittag sehr unwahrscheinlich ist. Die gute Nachricht war, dass sie jemanden erreicht hat, die schlechte, dass diese Person nicht für mein Visum zuständig war.
Die Frau der LM meinte, ich solle auf jeden Fall am Montag zum Flughafen kommen. Falls mein Visum da ist, hab ich Glück, falls nicht, dürfe ich wieder nach Hause, Flug umbuchen und irgendwann später fliegen - denn kein Visum bedeutet keine Einreise nach Kanada!
Ihr glaubt gar nicht, wie ich gebangt, gezittert und gebetet hab! 10 Minuten später landete eine E-Mail mit meinem Visum im Postfach!! Welch Gebetserhörung!!!! Gott ist eben treu...
Am Montag, den 29. August, gings dann endlich los - erst nach Frankfurt und dann mit Zwischenstop in London und Montréal nach Toronto.
Die Reise war unbeschwert, jedoch sehr lang! Irgendwann können auch die Einzelbildschirme in der Lehne des Vordermanns die Langeweile nicht mehr bändigen. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als mich damit abzufinden, dass schlafen etwas Unmögliches war und abzuwarten. Abzuwarten, bis wir in Toronto sind.
Eine Beschäftigungsmöglichkeit hatte ich jedoch: das Fotografieren!
Genial war, dass wir nicht "gegen die Sonne", sondern "mit der Sonne" geflogen sind, also Richtung Westen. Das heißt, dass wir gegen 23 Uhr alle müde waren, es jedoch draußen noch taghell war! Gegen 2:30Uhr nachts erlebte ich dann den spätesten, aber wahrscheinlich genialsten Sonnenuntergang meines Lebens - denn der fand auf 10.000m Höhe über den Wolken statt :)
Das Resultat sah dann ungefähr so aus (in Wirklichkeit war es noch vieeeeeeel schöner!!!):
Man kann richtig die
Erdrundung sehen, oder?
In Montréal angekommen, gings erstmal an die Einreise - Declaration Card ausfüllen, Visum zeigen, Passkontrolle und der ganze Bürokratiekram.
Das einzige Hindernis bildete ein Schwarzwälder Schinken, den Kathrin und Flo dann zurücklassen mussten, da das Einführen von Fleisch verboten ist :).
Gegen 0Uhr kamen wir dann in Toronto an und wurden von Gregg Hanchett, seiner Frau und Jeff abgeholt. 34 Koffer musste in 2 Vans und 1 Auto - ihr könnt euch vorstellen, wie RIESSIG die Vans waren!! In Kanada ist irgendwie alles doppelt so groß wie bei uns!!
Im Freizeithaus in Moffat angekommen gings dann sofort ins Bett. Denn am nächsten Morgen stand um 9 Uhr "Breakfast" an. Doch dazu ein ander Mal mehr.
Nur soviel vorab: Meine erste Nacht war besch***eiden, da wir keinen Wecker hatten und ich nicht schon am ersten Tag verschlafen wollte. Deshalb bin ich um 4.30, um 5.30, um 6 und um 7 aufgewacht. Irgendwann bin ich dann aufgestanden.
Liebe Grüße aus dem wunderschönen Moffat in Kanada,
euer Kevin
Montag, 22. August 2011
es tut sich bald was...
Liebe Leser :)
Meine Vorbereitungsseminare für Kanada hab ich hinter mir.
Bevor ich meinen ersten Post hier veröffentlichen werde, muss ich noch ein paar wichtige Dinge erledigen. Doch ich werde die erste Gelegenheit beim Schopf packen und euch über meine Zeit in Bad Liebenzell und Neckarzimmern informieren. Es kann sich nur noch um Stunden handeln :)...
LG, euer Kevin
Meine Vorbereitungsseminare für Kanada hab ich hinter mir.
Bevor ich meinen ersten Post hier veröffentlichen werde, muss ich noch ein paar wichtige Dinge erledigen. Doch ich werde die erste Gelegenheit beim Schopf packen und euch über meine Zeit in Bad Liebenzell und Neckarzimmern informieren. Es kann sich nur noch um Stunden handeln :)...
LG, euer Kevin
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